Ein Blick auf die Geschichte belegt, dass die deutsche Sprache eine besondere Bedeutung für die Identität der Deutschen hatte. Sie war — anders als bei anderen Sprachen und Nationen — das prägende Element.
Heute zeigen sich im Zustand dieser Sprache erhebliche
Brüche und Verwerfungen.
Die Irritationen über diese Entwicklung sind immerhin so gewaltig, dass — wie in der
Vergangenheit — Sprachpfleger aktiv werden, die sich um das Deutsche sorgen.
Als Beispiel dient der Verein Deutsche Sprache, der sich mit seinen 20000 Mitgliedern
für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Sprache einsetzt.
Dieser streitlustigen und nicht immer einigen Bürgerinitiative hat der Autor
etwas auf den Zahn gefühlt, er sieht ihre Arbeit auch als einen Beitrag zur Antwort auf
die Frage, wer die Deutschen sind.
Nach der Identität der Deutschen zu fragen, ist durchaus angemessen: Die Werte der Nachkriegszeit sind längst perdu, Ersatz ist nicht in Sicht. Während die alte Welt, in der diese Werte galten, verschwunden ist, entstand eine neue Situation, mit Bedrohungen, die bis dahin unbekannt waren.
Globalisierung, Terrorismus und die demographische Entwicklung verlangen heute den Nationen eine klare Standortbestimmung, eine Identität, ab; andernfalls sind diese Herausforderungen kaum zu bewältigen.
Ein Grund mehr, sich um das Deutsche zu sorgen und diese Sprache zu pflegen.
Andreas Baumert
Mit der Muttersprache auf Talfahrt
Die Frage nach der deutschen Identität
Paderborn: Ifb-Verlag, 2005
ISBN 3-931263-52-5
Letzte Änderung: 25JUN09
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baumert@recherche-und-text.de